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RP Fiber Power – Simulations- und Design-Software
für Fasern, Faserverstärker und Faserlaser

Räumliche Auflösung

Dotierungsprofil einer Faser

RP Fiber Power kann die räumliche Abhängigkeit von optischen Intensitäten und Anregungs­dichten laseraktiver Ionen entlang der Faser und auch in der radialen und azimuthalen Richtung berücksichtigen. Der Benutzer kann das Dotie­rungsprofil der laseraktiven Ionen angeben. Es ist ebenfalls möglich, Fälle zu behandeln, in denen verschiedene Typen von Ionen (z. B. Er3+ und Yb3+) verschiedene Dotierungsprofile haben.

Außerdem können optische Moden (siehe unten) mit verschiedenen räumlichen Profilen berück­sichtigt werden, die dann mit den Dotierungen wechselwirken.

Berechnung von Fasermoden

high-order fiber mode

RP Fiber Power enthält einen mode solver, der sehr effizient alle geführten Moden (LP-Moden) aus einen gegebenen radial­symme­trischen Brechungsindexprofil berechnen kann. Dies funktioniert auch für Fasern mit mehreren hundert Moden. Der mode solver berechnet eben­falls die Propagationskonstanten und den jeweiligen Anteil der Leistung, der innerhalb des Kerns propagiert.

Das Brechungsindexprofil kann z. B. mit einer Formel angegeben werden, oder auch mit tabel­lierten Werten. Eine Wellenlängen­abhängigkeit kann ebenfalls berücksichtigt werden; dies erlaubt die Berechnung der chromatischen Dis­persion (Material- und Wellenleiterdispersion).

Energieniveaus und Übergänge

Energieniveaus von Thulium-Ionen und diverse Übergänge

RP Fiber Power kann zur Modellierung in Fällen eingesetzt werden, wo zwei oder sogar drei verschiedene Typen von Ionen an einem Laserprozess teilnehmen. Jedes Ion kann eine größere Anzahl von metastabilen Zuständen haben.

Der Benutzer kann beliebig diverse Arten von Übergängen zwischen den Zuständen kombi­nieren:

Diese Inputs definieren das System von Ratengleichungen, welches dann mit einem sehr effizienten Algorithmus gelöst wird.

Das Bild auf der rechten Seite illustriert das Beispiel eines Thulium-dotierten Upconversion-Faserlasers. Hier hat man mit drei metastabilen Zuständen zusätzlich zum Grundzustand zu tun.

Optische Kanäle

RP Fiber Power erlaubt eine große Zahl sogenannter optischer Kanäle zu verwenden, die jeweils eine einzelne Fasermode oder auch ein (möglicherweise großes) Ensemble von Moden abbildet. Für die Modellierung von verstärkter Spontanemission (ASE) können Kanäle eine bestimmte optische Bandbreite haben. Für jeden Kanal kann die transversale Intensitätsverteilung beliebig definiert werden. Bei Faserverstärkern kann die Rauschzahl (noise figure) jedes Signal-Kanals berechnet werden.

Die Abbildung unten illustriert die optischen Kanäle für einen Erbium-dotierten Faserverstärker: einen Pumpkanal, zwei Signal-Kanäle sowie 16 ASE-Kanäle.

optische Kanäle in RP Fiber Power

Dynamische Simulationen

Pulsverzerrung in einem Faserverstärker

Die Software erlaubt Ihnen ebenfalls, die zeit­liche Entwicklung Ihres Systems zu simulieren. Ein sehr flexibler Ansatz wurde implementiert, mit dem sowohl präzise Simulationen der Dynamik von Lasern möglich sind (mit voller Berück­sichtigung der Propagationszeiten in der Faser) also auch sehr schnelle Simulationen für die Pulsverstärkung im Einfach- oder Doppeldurch­gang.

Als ein Beispiel zeigt die Abbildung auf der rechten Seite, wie eine Pulsform in einem Faserverstärker durch Verstärkungssättigung verzerrt wird und wie viel der gespeicherten Energie vom Puls extrahiert wird. Ein weiteres Beispiel, welches auf einer separaten Seite beschrieben wird, betrifft einen gütegeschalteten Laser.

Ausbreitung ultrakurzer Pulse

ultrashort pulse

Ein ultrakurzer Puls kann numerisch mit einem Array komplexer Amplituden in der zeitlichen Domäne oder in der Frequenzdomäne repräsentiert werden. Fourier-Transformationen werden verwendet, um Amplituden zwischen Zeit- und Frequenzbereich in Beziehung zu setzen. Wellenlängenabhängige Verstärkung und chro­matische Dispersion werden im Frequenzbereich simuliert, während nichtlineare Effekte in der zeitlichen Domäne behandelt werden müssen. Ein ausgefeilter numerischer Split-Step-Algorithmus mit auto­matischer Schrittweitenkontrolle stellt eine hohe Genauigkeit bei hoher Geschwindigkeit sicher.

Beliebige chromatische Dispersion kann definiert werden über eine wellenlängen-abhängige Funktion für die Gruppendispersion (GVD = group velocity dispersion) oder den effektiven Brechungsindex. Wenn der eingebaute mode solver verwendet wird, kann dieser natürlich die Dispersion berechnen.

Nicht nur eine einfache Kerr-Nichtlinearität kann berücksichtigt werden, sondern auch eine Nichtlinearität mit verzögerter Antwort (delayed response), die zu stimulierter Raman-Streuung führt. Der Benutzer kann eine beliebige Antwortfunktion (response function) und nicht nur Parameter einer gegebenen Funktion definieren, so dass Raman-Verstärkung mit beliebigen Raman-Spektren behandelt werden kann.

Über 80 Funktionen der Skriptsprache stehen zur Verfügung, um Modellparameter einzu­stellen und alle möglichen Eigenschaften von Pulsen zu berechnen. Die Resultate können ebenfalls mit Hilfe dem praktischen interaktiven Fenster für die Anzeige von Pulsen inspiziert werden.

Obwohl auch diverse Konkurrenzprodukte die Ausbreitung ultrakurzer Pulse simulieren können, dürfte RP Fiber Power in punkto Flexibilität einzigartig sein, da alle Aspekte der Simulationen komplett über die leistungsfähige Skriptsprache gesteuert werden können. Damit können Sie die Software für einen enorm weiten Bereich von Simulationen einsetzen – sogar solche, die weit über das hinausgehen, was der Entwickler vorgesehen hat.

Geschwindigkeit und Verlässlichkeit

Die numerische Lösung der Gleichungen für den stationären Zustand in einem solchen Modell ist eine schwierige Aufgabe, die einen iterativen Ansatz erfordert. Wenn dies nicht sehr gut ausgearbeitet ist, können die Konvergenzeigenschaften stark von der jeweiligen Situation abhängen.

RP Fiber Power wurde sehr sorgfältig entworfen auf der Basis einer iterativen Prozedur, die gewisse Parameter automatisch richtig einstellt. Auf diese Weise erzielt die Software eine erstaunlich hohe Geschwindigkeit und verlässliche Konvergenz in einem sehr weiten Bereich von Fällen. Dies schließt z. B. den Laserbetrieb nahe der Schwelle oder weit oberhalb der Schwelle ein, ebenfalls die Verstärkung mit einer rückwärts laufenden Pumpwelle und ASE, etc. In solchen Fällen hat andere Software manchmal erhebliche Probleme, die richtige Lösung zu finden.

Test der iterativen Prozedur von RP Fiber Power

Das Diagramm oben zeigt mit einer Farbskala, wie viele Iterationsschritte benötigt werden in einem Faserlaser-Modell, wobei die Pumpleistung und die Auskoppeltransmission syste­matisch variiert werden und die Berechnung jedes Mal von vorne beginnt (anstatt die ähnlichen Resultate benachbarter Punkte zu nutzen, wie es normalerweise geschieht). Die Rechenzeit wird leicht erhöht nahe der Laserschwelle, aber die Berechnung einer Kon­figuration (mit in diesem Falle 3 Kanälen) auf einem gewöhnlichen PC benötigt typischer­weise nur einen kleinen Sekundenbruchteil, trotz der guten räumlichen Auflösung (mit 100 Punkten in z-Richtung).

Die Ausbreitung ultrakurzer Pulse wird ebenfalls mit einem sehr robusten Algorithmus simuliert. Dieser verwendet automatisch kleinere numerische Schritte, wo es notwendig ist – basierend auf der Überwachung numerischer Fehler.

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